„Flossen hoch!“ für den kleinen Wassermann

In einer ebenso amüsanten wie kindgerechten Bühnenumsetzung von Otfried Preußlers „Der kleine Wassermann“ stellte die gesamte Truppe der Mettenheimer Jugendbühne ihr Können erneut unter Beweis. Viel Beifall gab es deshalb für alle Beteiligten.

Von Martina Lamprecht

Mettenheim – Wer sich am vergangenen Wochenende in den Mettenheimer Kulturhof begab, erlebte Kindertheater in bester Manier. Rund 100 kleine und große Zuschauer hatten sich eingefunden, um den „kleinen Wassermann“ auf der Bühne zu sehen und staunten nicht schlecht, was ihnen da von der Jugendgruppe der Volksbühne Mettenheim geboten wurde. Nicht nur die Inszenierung von Otfried Preußlers beliebter Kindergeschichte, das Bühnenbild, die Kostüme und Masken, sondern vor allem auch die Spielfreude der insgesamt elf jungen Schauspieler faszinierten das Publikum in hohem Maße. Durch die Bank textsicher und ohne jegliche Scheu präsentierten sie ihr bezauberndes Stück und eroberten sich damit sofort die Gunst der Besucher.

Frisch und ungekünstelt verkörperte Nina Rußwurm ihre Titelrolle als kleiner Wassermann. Besonders die Augen der kleinen Theatergäste leuchteten, als der grün gelockte Titelheld voller Tatendrang über die Bühne, besser gesagt durch den Mühlenweiher wirbelte, um seine aufregende, von der Lichttechnik stets in blau-grünen Schimmer gehüllte, zauberhafte Unterwasserwelt zu durchforsten. Da gab es viel zu entdecken: Zum Beispiel zwei herrlich überspannte, über alle Ereignisse stets bestens informierte Schickimicki-Forellen (Sarah Mareyen und Sophie Auer); Schlingpflanzen, in denen man sich entsetzlich verheddern konnte; außerdem einen böswilligen Angler (Ole Nothnick), der am liebsten den ganzen Weiher leergefischt hätte oder auch drei Menschenkinder (Fenja Nothnick mit Leon und Max Neubauer), die zwischen den Fingern keine Schwimmhäute hatten und statt leckerer, gesalzener Kröteneier oder eingelegtem Algensalat lieber „gebratene Steine“, also Kartoffeln verspeisten.

Mit ihnen freundet sich der kleine Wicht an und holt sich an Land prompt „trockene Füße“. Natürlich müssen daheim sofort „nasse Wickel“ gemacht werden, aber auch sonst hält der Treibauf seine besorgten Wassermann-Eltern (Janina Herbst als Papa, Lena Hofmeister als Mama) ständig auf Trab. Selbst der gutmütige, alte Karpfen Cyprinus (Selina Gamvrilis) gerät aus der Puste, als er den Jungen nach einer unheimlichen Begegnung mit dem grausigen Neunauge (Noah Hollstein) total erschöpft nach Hause tragen muss. „Blubb, blubb“, stöhnt Cyprinus immer wieder und ist doch froh, einen so guten Freund gefunden zu haben, der ihm am Ende sogar das Leben rettet.

Lustige Regieeinfälle gab es immer wieder, etwa das Gerangel der Wassergeschöpfe um die essbaren Gummiwürmer des Anglers oder auch das dichte Schneegestöber in Form von selbst gebastelten Watte-Flocken. Sichtlich beeindruckt von der Leistung des gesamten Teams zeigte sich deshalb nicht nur das kräftig applaudierende Publikum. Auch im Namen der Volksbühne, der Gemeinde und der Kulturfreunde Mettenheim gab es zum Schluss dickes Lob und zahlreiche Geschenke.

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